Hier mal einige meiner dichterischen Ergüsse,
nicht immer ganz ernst gemeint, dafür wenigstens
mit einem Lächeln seviert
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Freu dich!
Freu dich über den Sonnenstrahl!
Freu dich über das and're Mal,'
wenn es regnnet wie aus einer Dusche.
Du hast den Schirm,
der and're die Husche
voll auf sein unbedecktes Haupt-
ein bisschen Schadenfreude sei doch erlaubt!
Oder sind wir nur gehalten,
als brave Erd-und Bundesbürger
Humor bloß über uns selbst zu machen?
Darf man auch über and're lachen?
Freudig, im Gefühl eig'ner Überlegenheit?
Oder sind wir noch nicht so weit,
im Mitteinander die eig'nen Schwächen
erkennen, ohne uns gleich zu rächen?
"Aug' um Aug', Zahn um Zahn",
der Bibelspruch hat's manchem angetan,
der sonst von der christlichen Lehre
recht wenig hält, weit weg gern wäre,
wenns darum geht, Verantwortung
für sich und andere zu tragen,
viel kann man reden, ohne was zu sagen.
Drum freu dich heute, freu dich jetzt,
hat ein plumper Spaß dich auch verletzt,
Der Witz, mit Geistes Kraft geschaffen,
zeichnet uns aus vor allen Affen.
Hat uns zum Herrn gemacht über diese Welt,
auch wenn wir nur ahnen, nicht wissen,
was sie in ihrem Innersten zusammen hält.
M.F.Radefeld 2005
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Was wäre, wenn
Mancher geht nur so durch's Dasein,
nimmt hin, was ihm das Leben bietet.
doch spricht man über hier und heute,
fragt Nachbarn, Kollegen, and're Leute,
da wird gejammert und gezetert,
schlimm es in der neuen Welt so ginge
als ob jemals alles gleich gelinge!
Und gelungen wäre, in der schönen alten Zeit
wo es nichts gab als DDR, weit und breit!
Als wir noch, wohl behütet von Regierung und Partei,
wie unmünd'ge Kinder im sozialistischem Einerlei
glücklich und zufrieden auf Moskau hörten,
was vorn wir aufbauten, hinten zerstörten.
"Wartest auf ein Auto? Du Kleinbürger!
Denk an die imperialistischem Würger!
Ist dir keine neue Wohnung beschieden?
Baue mit uns an einer Welt im Frieden!
Und ist dein Unmut denn erlaubt?
Staat und Regierung in Kritik!
Derweil wir kämpfen, daß keiner uns raubt,
was wir gewonnen, erbaut und geschaffen
mit kluger und umsichtiger Politik.
Arbeiten heißt's bei uns, nicht raffen!
Was soll deine Nörgelei, daß manches fehlt;
nicht die Späne sind es, was zählt,
beim Aufbau des Sozialismus, des realen.
Die Rechnung werden wir später bezahlen."
So dachten wir alle, seien wir ehrlich!
Ahnten noch nicht, wie gefährlich
nah am Ende, nicht nur die Bahn im ganzen Land,
auch die Wirtschaft selbst am Zusammenbruch stand!
Und heute? Frust macht sich breit.
Konnte doch sozialist'sche Geborgenheit
nicht zur freien Kapitalwirtschaft passen!
Wir alle mußten Federn lassen,
und lernen, daß nur die Leistung und Geld
das sind, was in der Marktwirtschaft zählt.
Das Land blühte auf, und wieder bess'res Wissen,
mancher anders spricht. Doch wer möchte missen:
Reisen für alle, wohin man auch möchte,
ob zur Arktis oder in andalusische Nächte.
Telefone für alle, konnt' man das ahnen?
Und Autos für jeden, und schnelle Züge.
Glatte Straßen, neue Autobahnen,
nach allen Ländern gehen die Flüge.
Und im Lande: Wohnungen zum Wählen.
Sauberes Wasser, reine Luft,
was könnte man noch aufzählen?
Zufried'ne Rentner, oft im frühen Ruhestand.
zeit'ge Rente hatten viele erhofft in unserem Land.
Und auf Bezüge, mehr als nötig zum ärmlichen Leben
oft erträumt, nur wenigen wurden sie gegeben.
Endlich Zeit zum Geniesen, die Welt zu erfahren,
nun reicher an Wissen und an Jahren.
Wir fühlten uns nicht dazu geboren,
einst als sozialist'sche Senoren,
zu arbeiten, zu schuften, nur für die Erben,
westwärts zu ziehen oder recht bald zu sterben!
Vielfalt der Meinung, keiner der das lenkt,
Jeder kann sagen was er denkt.
Demokratie ist: Kann man verschmerzen
wenn für andre schlagen die Herzen
Doch wo soviel Licht, da ist auch Schatten:
Viele, die früher Beschäftigung hatten,
heut' sind sie arbeitslos, stehn am Rande
finden keinen Halt mehr, keine Bande!
Die Oberschule, erweitert, einst unser Stolz,
braucht heute dreizehn statt zwölf der Jahre,
für's Abi, weil alle glauben, es sei das Wahre!
doch viele versagen, sind nicht aus dem Holz!
Und die neue Freiheit, der Verlust der Werte,
der jugendlichen Tatendrang ins Böse verkehrte,
das gefällt uns nicht! Wir sollten was tun
statt in Klagen und Jammern auszuruh'n!
Das sind die Fakten, kann mich dem nicht verschließen,
Sozialismus, der geht nicht mit den Menschen, den miesen.
Die brauchen die Freiheit, die Lust und den Drang,
und Freude am Leben, am Erfolg, der inn're Zwang,
besser zu sein als die andern, das ist zu schaffen!
Und ja nicht zimperlich sein in der Wahl der Waffen!
M.F.Radefeld 2001
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Die Putzer und der Sprayer
Wenn jemand, der mit Mühe kaum,
besprüht die Wand, beschmiert den Zaun,
schon denkt, dass er ein Künstler wär,
so irrt sich der!
So ähnlich sagt's schon Wilhelm Busch,
und meint den Selbsbewussten,
der um das Aufsehen bedacht
schon so manchen Dreck gemacht,
und denkt, er wär' der Größte, Wahre, Beste
sich gar als Künstler hingestellt.
And're machen weg den Fleck,
"Putzer! Schrubben aber feste!"
Haben Arbeit zwar, doch wenig Geld!
Und wenig Ehr. Wer schüttelt schon
die Hand, die sich nicht ekeln darf
auch das mal anzufassen
was mancher, oft gedankenlos,
am falschen Platz hat liegen lassen?
M.F.Radefeld 2009
* frei nach W.Busch: "Wenn einer, der mit Mühe kaum,
geklettert ist auf einen Baum,
schon denkt, dass er ein Vogel wär,
so irrt sich der!"
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